DER WAHRE KÜNSTLER DER BRD

RAINER WERNER FASSBINDER, 1945-1982

Ein bayerische Künstler, Schauspieler, Regisseur und Produzenten.
Geboren am 31. Mai 1945 in Bad Wörishofen.
Gestorben am 10. Juni 1982 in München.
Motto: "Viele Filme machen damit mein Leben zum Film wird."

Whity (1970) (Auszug)



Wildwechsel (1973)



Die bitteren Tränen der Petra von Kant (1972)



Angst essen Seele auf (1974) (Trailer u. Auszug)



Despair – Eine Reise ins Licht (1978) (Auszug)





Bundesrepublik Deutschland Trilogie

BRD1: Die Ehe der Maria Braun (1979)



BRD2: Veronika Voss (1982)



BRD3: Lola (1981)




Kikepedia:

Kindheit und Jugend

Der Sohn des Arztes Helmuth Fassbinder (1918–2010) und der Übersetzerin Liselotte Eder (1922–1993) wuchs nach der Scheidung seiner Eltern 1951 als Einzelkind bei seiner Mutter auf. Im Alter von 16 Jahren brach Fassbinder die Schule (das Gymnasium bei St. Anna in Augsburg) ab und zog nach Köln zu seinem Vater, einem promovierten Arzt. In dieser Zeit verfasste er erste Theaterstücke, Gedichte, Kurzgeschichten und Filmtreatments. Er galt als belesen und eignete sich durch das Studieren philosophischer, gesellschaftskritischer und psychoanalytischer Schriften eine Bildung auf hohem Niveau an. Bereits im Jugendalter interessierte sich Fassbinder für das Filmemachen. Doch sollte sein Wunsch, an einer Filmhochschule zu studieren, nicht in Erfüllung gehen. Nach einer zweijährigen privaten Schauspielausbildung versuchte er vergeblich, in München die staatliche Schauspielprüfung abzulegen. Auch bei der Aufnahmeprüfung an der damals neu gegründeten Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin scheiterte er.

[...]

Kontroversen

In den Jahren 1971 bis 1974 erreichte Fassbinder mit den von Tango-Film produzierten Spielfilmen Die bitteren Tränen der Petra von Kant (1972), Angst essen Seele auf (1973), Faustrecht der Freiheit (1974) und zusätzlich mit Theaterregie-Einsätzen in Bremen, Bochum und Frankfurt am Main ein Maximum an öffentlicher Aufmerksamkeit. Fassbinder war in der Spielzeit 1974/75 Mit-Intendant am Theater am Turm in Frankfurt und schrieb für das Ensemble das Stück Der Müll, die Stadt und der Tod (1974), das aufgrund der Verwendung antisemitischer Klischees eine heftige Kontroverse auslöste. Kritik kam z. B. von Joachim Fest, Ignatz Bubis, Salomon Korn und Friedrich Uttitz. Eine der Figuren ist ein jüdischer Immobilienspekulant, dem Ähnlichkeiten mit Ignatz Bubis nachgesagt wurden. Im Jahr 1975 verfilmte der Schweizer Regisseur Daniel Schmid das noch nicht aufgeführte Stück unter dem Titel Schatten der Engel (mit Fassbinder selbst in einer Hauptrolle und als Co-Drehbuchautor sowie Ingrid Caven, Klaus Löwitsch, Annemarie Düringer, Boy Gobert und Irm Hermann). Eine erste Inszenierung am Schauspiel Frankfurt wurde in den 1980er Jahren von Demonstranten verhindert, die in dem Stück das antisemitische Klischee vom „reichen Juden“ propagiert sahen und ihren Protest zum Ausdruck brachten, indem sie die Bühne besetzten. Weitere Pläne, das Stück in Deutschland zu zeigen, wurden nach Protesten zurückgezogen. Dagegen wurde das Stück in Israel inszeniert und ohne Proteste aufgeführt.

Karrierehöhepunkte

Fassbinder entwickelte seine Filmsprache konsequent weiter, und die Filme wurden größer und professioneller. 1977 realisierte er für sechs Millionen DM den Film Despair – Eine Reise ins Licht mit der Bavaria Film in München, seine bis dahin teuerste Produktion, gedreht in englischer Sprache nach einem Drehbuch des britischen Dramatikers Tom Stoppard [ŽID], basierend auf einer Novelle von Vladimir Nabokov. Obwohl hochkarätig besetzt (der englische Weltstar Dirk Bogarde spielte die Hauptrolle) und als Wettbewerbsfilm 1978 in Cannes eingeladen, hatte der Film an den Kinokassen keinen Erfolg. Als Teilnehmer der Berlinale und vielen Festivals im Ausland (1974 widmete ihm die Cinémathèque française eine Gesamtretrospektive und das New York Film Festival zeigte seit 1971 jährlich seine aktuellen Filme) wurde er zwar von der internationalen Kritik in höchsten Tönen gelobt, in Deutschland aber wegen seiner direkten Themen häufig angegriffen. Erst mit seinem vorletzten Film, Die Sehnsucht der Veronika Voss (in der Hauptrolle Rosel Zech, die seit den frühen 1970er Jahren ein großer Theaterstar war), gewann er den Goldenen Bären der Berlinale.

Fassbinder schuf weitere wichtige Frauenfiguren der Nachkriegsfilmgeschichte: Fontane Effi Briest (1974), Die Ehe der Maria Braun (1979) und Lili Marleen (1981), dargestellt von Hanna Schygulla, oder mit dem Film Lola (1981), in dem Barbara Sukowa die Hauptrolle spielte. Diese Frauenfiguren gingen in die Filmgeschichte ein, und ihre Darstellerinnen erlangten eine Bekanntheit, die ihnen eine von Fassbinder unabhängige Karriere ermöglichte.

Fernsehgeschichte schrieb er 1980 mit dem Mehrteiler Berlin Alexanderplatz nach dem Roman von Alfred Döblin (mit Günter Lamprecht, Gottfried John, Hanna Schygulla und Barbara Sukowa), der später im Kino, meist bei Festivals und Retrospektiven, als 15½-Stunden-Marathon gezeigt wurde. Fassbinder war auch berühmt wegen seines atemberaubenden Arbeitstempos (im Jahr 1970 entstanden sieben Filme). So habe er sein Lebensziel darauf eingerichtet, am Ende mit der Zahl seiner Filme die Zahl seiner Lebensjahre zu erreichen.
Früher Tod

Fassbinder war 1982 Hauptdarsteller in dem Film Kamikaze 1989 von Regisseur Wolf Gremm. Er starb am 10. Juni 1982 in München, wo er lebte, während der Arbeit an der Endfertigung seines letzten Projekts Querelle (nach einem Roman von Jean Genet) im Alter von 37 Jahren. Als Todesursache wurde Herzstillstand diagnostiziert, vermutlich ausgelöst durch Überarbeitung und eine Vergiftung mit einer Mischung aus Kokain, Schlaftabletten und Alkohol.

Nach Fassbinders Tod begann seine Mutter Liselotte Eder, die ihn mit seinem Vater Helmuth Fassbinder beerbte, gemeinsam mit seiner letzten Partnerin bzw. Mitbewohnerin Juliane Lorenz sein Werk zu ordnen und zu erschließen. 1986 gründete sie die Rainer Werner Fassbinder Foundation (RWFF), in die sie ihren Erbteil einbrachte. 1988 wurde der Vater ausbezahlt und sein Erbteil ebenfalls in die RWFF eingebracht. 1991 übertrug Eder an Juliane Lorenz die gesamten Anteile an der RWFF, die diese ab 1992 leitete. Die Stiftung besitzt heute alle Rechte an Fassbinders Nachlass, einschließlich aller nachträglich erworbenen Rechte.

Der „Clan“: Hanna Schygulla und andere künstlerische Weggefährten

Fassbinder lebte in einer häufig als „Clan“ bezeichneten Gruppe, die ihm als Familienersatz diente. Als „Eckpfeiler und in gewisser Weise auch als Motor vielleicht“ war (nach eigenem Bekunden) Hanna Schygulla von Anfang an Antrieb und Inspiration seines filmischen Schaffens. Er hatte sie vom Zeitpunkt ihrer ersten Begegnung (1963) an als Star seiner künftigen Filme gesehen. Ihre absolute Leinwandpräsenz und ihr anfänglich völliges „Anti-Star“-Bewusstsein bescherten beiden erste gemeinsame filmische Erfolge. Fassbinder löste sich auch zunehmend von den Abhängigkeiten innerhalb seines „Clans“ und integrierte auch sogenannte „Altstars“ in seine Bühnen- und Filmarbeiten, allen voran Karlheinz Böhm, mit dem er unter anderem Martha (1974) drehte, sowie Brigitte Mira und Barbara Valentin, mit denen er Angst essen Seele auf (1974) produzierte. Fassbinder traf bei seinem siebten Spielfilm Whity 1970 auf den Kameramann Michael Ballhaus, mit dem er insgesamt neun Jahre zusammenarbeitete und 15 Filme machte. Von den ehemaligen Gruppenmitgliedern begleiteten ihn noch einige bis Mitte der 1970er Jahre, doch es kam auch häufiger zu Trennungen: zum Beispiel 1976 von Kurt Raab, von Hanna Schygulla (für drei Jahre), Irm Hermann und Ingrid Caven. Mit Peer Raben verband ihn jedoch seit der frühen Theaterarbeit eine fruchtbare Zusammenarbeit, ebenso mit Harry Baer, der später weitere Aufgaben als Produktionsleiter, Regieassistent und künstlerischer Mitarbeiter in der Filmproduktion übernahm. 1974 trat Fassbinder dem 1971 gegründeten Filmverlag der Autoren bei und wurde eines seiner tragenden Mitglieder.

Ebenfalls 1974 lernte Fassbinder seinen Gefährten Armin Meier im Hotel Deutsche Eiche kennen, der in Fassbinders Episode für Deutschland im Herbst zu sehen ist und sich selbst spielt. Anfang 1978 trennte er sich von ihm, und kurz darauf wurde Meier tot in der ehemals gemeinsamen Wohnung aufgefunden. Vermutlich starb er an einer Überdosis Schlaftabletten. Um den Tod seines Freundes zu verkraften, drehte er den sehr persönlichen Film In einem Jahr mit 13 Monden, in dem Volker Spengler die Hauptrolle übernahm.

Fassbinders bisexuelle Beziehungen

Der bisexuelle Fassbinder integrierte in seinen Clan auch seine Partner. Von 1970 bis 1972 war er mit der Schauspielerin Ingrid Caven verheiratet, für die er auch einige Chanson-Texte schrieb (z. B. Alles aus Leder, Freitag im Hotel, Nietzsche, Die Straßen stinken) und der er eine spätere Karriere als Sängerin ermöglichte (erstes öffentliches Konzert 1976 im Münchner Rationaltheater). Daneben hatte er eine Beziehung mit Günther Kaufmann.

Zwischen 1971 und 1974 lebte er mit dem aus Algerien stammenden El Hedi ben Salem zusammen, der Fassbinder von Paris nach Westdeutschland gefolgt war und durch ihn zum bekannten Schauspieler seiner Filme wurde. Es folgte 1974 bis 1978 eine Beziehung mit Armin Meier, der auch in einigen Filmen auftrat.

Bis zu seinem Tod im Juni 1982 lebte Fassbinder dann mit seiner Cutterin Juliane Lorenz, mit der er seit 1976 zusammenarbeitete, in einer gemeinsamen Wohnung in der Clemensstraße 76 in München. Juliane Lorenz behauptet, dass sie und Fassbinder in Fort Lauderdale (Florida, USA), geheiratet hätten; dies ist sehr umstritten und es gibt dafür keine Beweise. Lorenz gibt an, den Trauschein vor lauter Freude aus dem fahrenden Auto geworfen zu haben.



Early in his career, Fassbinder had a lasting, but fractured relationship with Irm Hermann, a former secretary whom he forced to become an actress. The director usually cast her in unglamorous roles most notably as the unfaithful wife in The Merchant of Four Seasons and the silent abused assistant in The Bitter Tears of Petra von Kant. Irm Hermann idolized him, but Fassbinder tormented and tortured her for over a decade. This included domestic violence: "He couldn't conceive of my refusing him, and he tried everything. He almost beat me to death on the streets of Bochum ...." In 1977, Hermann became romantically involved with another man and became pregnant by him. Fassbinder proposed to her and offered to adopt the child; she turned him down.

In 1969, while taking the lead role in the T.V film Baal under the direction of Volker Schlöndorff, Fassbinder met Günther Kaufmann, a black Bavarian who had a minor role in that film. Kaufmann was straight, married and with two children, nevertheless Fassbinder fell madly in love with him. The director tried to buy his love with movie roles and expensive gifts; Kaufmann managed to destroy four Lamborghinis in a year. He appeared in fourteen of Fassbinder's films, having the leading role in Whity (1971). Their turbulent affair affected the production of that film.

Although he claimed to be opposed to matrimony as an institution, in 1970 Fassbinder married Ingrid Caven, a regular actress in his films. Their wedding reception was recycled in the film he was making at that time, The American Soldier. Their relationship of mutual admiration survived the complete failure of their two-year marriage. "Ours was a love story in spite of the marriage," Caven explained in an interview, adding about her former husband's sexuality: "Rainer was a homosexual who also needed a woman. It’s that simple and that complex." The three most important women of Fassbinder’s life, Irm Hermann, Ingrid Caven and Juliane Lorenz, his last partner, were not disturbed by his homosexuality.

In 1971, Fassbinder fell in love with El Hedi ben Salem (c1935-82), a Berber from Morocco. Their turbulent relationship ended violently in 1974. Salem, cast as Ali in Fear Eats the Soul, hanged himself in jail in 1982. Fassbinder, who barely outlived his former lover, dedicated his last film, Querelle, to Salem.

Armin Meier (1943–78), a former butcher who was almost illiterate and who had spent his early years in an orphanage, was Fassbinder's lover from 1974 to 1978. He also appeared in several Fassbinder films in this period. A glimpse into their troubled relationship can be seen in Fassbinder's episode for Germany in Autumn (1978). After Fassbinder broke up with him, Meier committed suicide on Fassbinder’s birthday. He was found dead in their apartment only days later.

In the last four years of his life, Fassbinder's companion was Juliane Lorenz (born 1957), the editor of his films during the last years of his life. She can be seen in a small role as the film producer's secretary in Veronika Voss. According to Lorenz, they considered getting married, but never did so. Although they were reported drifting apart in his last year, an accusation Lorenz has denied, they were still living together at the time of his death.

Media scandals and controversies ensured that in Germany itself Fassbinder was permanently in the news, making calculatedly provocative remarks in interviews. His work often received mixed reviews from the national critics, many of whom only began to take him seriously after the foreign press had hailed him as a major director.

The playwright Franz Xaver Kroetz sued over Fassbinder's adaptation of his play Jail Bait, alleging that it was obscene. Lesbians and feminists accused Fassbinder of misogyny (in presenting women as complicit in their own oppression) in his 'Women‘s Picture'. The Bitter Tears of Petra von Kant has been cited by some feminist and gay critics as both homophobic and sexist.

Gay critics also complained of misrepresentation in Fox and his Friends. Conservatives attacked him for his association with the radical left. Marxists said he had sold out his political principles in his depictions of left-intellectual manipulations in Mother Küsters' Trip to Heaven and of a late-blooming terrorist in The Third Generation. Berlin Alexanderplatz was moved to a late night television slot amid widespread complaints that it was unsuitable for children.

The most heated criticism came for his play Garbage, the City, and Death, whose scheduled performance at the Theater am Turm in Frankfurt was cancelled early in 1975 amid charges of anti-semitism. Though published at the time, and quickly withdrawn, the play was not performed until 1987, after Fassbinder's death. In the turmoil, Fassbinder resigned from his directorship of that prestigious theater complex, complaining that the play had been misinterpreted.

By the time he made his last film, Querelle (1982), Fassbinder was using heavy doses of drugs and alcohol to sustain his unrelenting work schedule. On the night of June 9–10, 1982, Wolf Gremm, director of the film Kamikaze 1989 (1982), which starred Fassbinder, was staying in his apartment. Early that evening, Fassbinder retired to his bedroom. He was working on notes for a future film: Rosa L, based on the life of Rosa Luxemburg, the Polish-German revolutionary socialist. Fassbinder was watching television, video and reading in between when shortly after one o'clock in the morning he received a phone call from his friend and assistant Harry Baer. At 3:30 a.m, when Juliane Lorenz arrived home, she heard the noise of television in Fassbinder’s room, but she could not hear him snoring. Though not allowed to enter the room uninvited, she went in, and she found him lying on the bed, dead, a cigarette still between his lips. A thin ribbon of blood trickled from one nostril.

The cause of death was reported as a lethal combination of cocaine and barbiturates. The notes for Rosa Luxemburg were found next to his body.


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